Ein Modellautovergleich - Escort Cosworth 1:18

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  • Ein Modellautovergleich - Escort Cosworth 1:18

    Liebe Ford-Fans,
    liebe Modellsammler,

    damit hier wieder ein wenig Leben rein kommt, erlaube ich mir einen kleinen Modellvergleich zwischen dem alten, bekannten Ford Escort Cosworth der Firma UT Models aus den 90ern mit dem kürzlich erschienenen Ford Escort Cosworth des frannzösischen Kleinserienherstellers OTTO Models.

    Einleitend sei angemerkt, daß der "neue" Cossie ein Modell aus Resinekunststoff ist, welches "sealed" - also verschlossen - ist. Heißt: Es geht nix auf. Die Räder drehen sich, aber lassen sich nicht lenken. Beim UT Modell sind Haube vorne und Türen zu öffnen - das Lenkrad gibt die Richtung der Vorderräder vor.

    Bevor es so richtig losgeht, erstmal etwas zum Original:
    Das Topmodell war der Ford Escort „RS Cosworth“ mit 162 kW (220 PS), welcher als Rallyefahrzeug konzipiert wurde. Das Fahrzeug wurde bei der Firma Karmann in Rheine hergestellt. Markant für dieses Fahrzeug ist der sehr große Heckspoiler, der aerodynamisch von hohem Stellenwert ist. Das mit einem permanenten Allrad angetriebene Fahrzeug war anfangs mit einem Garrett-T35-Lader und einer Einspritzanlage won Weber-Marelli ausgestattet, beim letzten Modell ab 1995 wurde ein kleinerer Lader von Garrett, der T25, verbaut, wodurch das sogenannte Turboloch verringert werden sollte. Dieser auch HTT-Cosworth genannte Escort war das einzige Fahrzeug, bei dem dieser Motor mit einer Ford-EFI-Einspritzanlage und mit einer Doppelfunkenzündanlage ausgerüstet wurde. HTT steht für high torque turbo was für das bereits bei niedrigeren Drehzahlen anliegende Drehoment steht. Der Escort RS Cosworth nahm erfolgreich an mehreren Rallye-Wettbewerben teil, trotz des Werkseinsatzes konnte Ford weder mit dem Sierra noch mit dem Escort einen Fahrer- oder Markentitel erzielen. Der Escort Cosworth wurde - entgegen der Modellpflege beim Ford Escort - immer mit der gleichen Karosserieform (der des Escort ab 1990) gebaut, es gab ab Werk zwei verschiedene Versionen des Heckspoilers.

    Eigentlich ist der RS Cosworth kein Escort, sondern lediglich die Karosserieform des Escort, die auf einer Bodengruppe des Sierra sitzt. Im Gegensatz zum normalen Escort ist bei den Cosworth Modellen der Motor wie im Sierra längs eingebaut. Ford unternahm diesen Schritt, um für die Rallye-Weltmeisterschaft ein konkurrenzfähiges kleineres Auto zu haben, aber den bekannt starken Motor und den Allradantrieb des Sierra nutzen zu können. Der zu große Sierra hatte sich als nicht konkurrenzfähig erwiesen. Leider blieben auch dem Escort größere Erfolge verwehrt.
    Quelle: wikipedia.de - Ford Escort; Stand 29.06.2012



    Entgegen o.g. Quellenangabe gab es auch beim Escort Cosworth eine kleine Überarbeitung der "Optik" - zeitgleich mit der Umstellung der Technik (Weber-Marelli -> HTT).
    Diese umfasste u.a.:
    - Änderung der Außenspiegel -> sie wurden kleiner und direkt angesetzt
    - Änderung des Tankdeckels -> der Tankdeckel wurde unter eine Klappe gesteckt

    Der Escort Cosworth wurde in 2 Ausstattungsvarianten angeboten:
    - Standard ohne Schiebedach, mit Stoffsitzen und als zivile Rennsportbasis gedacht
    - Luxus mit Schiebedach, Leder auf Wunsch, Ausstellfenstern hinten usw.

    Details dazu trage ich noch nach, falls es interessiert.

    Warum erwähne ich das ?
    Nun - der UT Escort stellt die spätere HTT Version dar, die sich durch die o.g. Änderungen optisch vom OTTO Modell unterscheidet...
    Zudem hat OTTO einen Luxus dargestellt - dem UT hingegen fehlt schon mal das Schiebedach.


    So, genug gelabert - hier die beiden im Fotovergleich:

    Angetreten sind:


    Der OTTO Escort in rot, der UT in weiß (war grad kein roter greifbar bei mir ;) )
    Beide tragen das große Aerodynamikpaket mit Whaletale-Spoiler hinten und Hockeysticks samt "Schwert" am vorderen Stoßfänger.

    Gehen wir in den Vergleich:



    In der Frontansicht fällt zuerst auf, daß der OTTO Escort insgesamt etwas höher erscheint als der gedrungenere UT Escort.

    Ebenso sind die bereits angesprochenen Spiegel gut zu unterscheiden, welche beide Hersteller den oben genannten "Facelift"-Versionen vorbildgetreu ausgeführt haben.
    In der Scheinwerferpartie liegt der OTTO aufgrund der besseren Umsetzung absolut vorn. UTs von hinten bemalte Glaseinsätze waren damals vertretbar, sind aber mittlerweile leider überholt...
    Bei Ansicht der ersten Vorabfotos von OTTO hatte ich noch an den Scheinwerfern (Höhe) rumgemäkelt, bin aber mittlerweile der Meinung, daß diese von den Abmessungen her vorbildgetreu sind damit auch in dem Punkt Abmessungen besser als die des UT.
    Gleiches gilt für die Nebelscheinwerfer-/ Blinkereinheit in der Stoßstange.
    Damit einher geht der besser umgesetzte Frontstoßfänger und vor allem der Kühlergrill. Einzig könnte ich das Scheinwerfer-Innenleben bzw. die Streuscheibe bemäkeln... Je nach Perspektive ist das Innenleben optisch "falsch" dargestellt - vielleicht liegt es aber auch nur an der m.E. zu transparenten Streuscheibe.

    Zur Untermauerung ein Foto vom Original:



    Weiter in die Seitenlinie:



    Hier ist nun klar ersichtlich, daß der OTTO Escort generell höher liegt als der (unveränderte, aber in die Jahre gekommene) UT Escort.

    Die Front steht steiler als beim UT, die Seitenlinie ist vergleichbar, aber m.E. einen Tick besser. Neben der vorbildgerechten Dachantenne sticht mir besonders der gut positionierte und einzeln eingesetzte Seitenblinker ins Auge.
    Ein weiteres Merkmal für die Vorbildtreue: Der Tankdeckel passend zu den Außenspiegeln. Die Vorbildversion wurde also hier richtig eingehalten.
    Thema Vorbildtreue: Die Felgen des UT wirken mit den direkt angesetzten "Bremsscheiben" nicht so filigran wie die des UT. Auch die Reifen bauen beim UT zu flach.

    Der Vollständigkeit halber noch ein Foto der "Gegenseite", damit auch dem UT der vorbildgerechte Tankdeckel - hier unter einer Klappe - bestätigt wird.



    Spätestens jetzt müßten sich die "Tieferleger" im Forum über den hochbeinigen Roten aufregen, denn ich hab selbst von einem Ford Fan bei diesem Foto den Kommentar erhalten: 'Nicht schlecht, wenn er hinten nicht zu hoch wäre'...

    Doch auch hier - weit gefehlt... Ein Vorbildfoto aus meinem Fundus untermauert dies:


    Was könnte man dem OTTO denn nun ankreiden ? Sicherlich nicht den toll geschwungenen Whaletale-Spoiler, der m.E. auch hier einfach besser aussieht als am UT - ich hadere aber noch mit mir, ob der Bürzel (unterer Spoiler) nicht ein wenig zu hoch daher kommt...
    Hier prüfe ich noch verschiedene Vorbildfotos - mal passts, mal scheints nicht zu passen... Aber Schwamm drüber.

    Was vom "Außencheck" noch fehlt, ist der Hintern...
    Daher nun auf zum Heck:


    Klar zu sehen, Höhendifferenz. Die Heckleuchten des OTTO fallen auch etwas größer aus als beim UT - das Endrohr ragt dominant aus der Heckschürze. Der Schriftzug ist größer...
    Ist das OTTO Heck damit vorbildgetreuer / besser ?

    Ich meine - JEIN ! Warum ? Nun - die Leuchten sind (vielleicht auch durch die rote Lackierung bedingt) m.E. zu groß. Der Schriftzug hingegen besser umgesetzt. Das Kofferraumschloss des OTTO ist mir eine Spur zu dominant - allerdings erheblich besser als das des UT - von dessen Kennzeichenleuchte rede ich jetzt absichtlich nicht

    Worauf ich mein Urteil zum Heck fuße zeige ich Euch auch gleich:



    So - für den Außencheck reichts erstmal. Weiter gehts in Kürze. Muß noch Fotos sondieren.

    Eure Meinugen interessieren mich aber bereits jetzt ;)
    Thomas aus München
  • Hm - so richtig gar kein Feedback hätte ich jetzt nicht erwartet... :(

    Mach ma trotzdem weiter:
    Angesichts des "konzeptbedingten Nachteils" des sealed body beim OTTO Escort versuche ich mit mehr oder minder gut mit Fotos zu argumentieren... Wo es nicht ersichtlich ist, bitte ich um Nachsicht / Hinweis, etc.

    Gehen wir die Sache also erstmal von vorne links an - Das Cockpit:


    Der OTTO zeichnet sich hier mit vorbildgetreuen Instrumenten, einer guten Detaillierung von Schaltern und sogar dem Hupenemblem auf dem Lenkrad aus.
    Ebenfalls vorbildgerecht ist das airbaglose Lenkrad


    Auch der UT Escort zeichnet sich durch das vorbildgerechte Lenkrad – diesmal mit Airbag –aus, dann wars das aber im Vergleich zum OTTO auch schon wieder. Die Schalter sind angedeutet, die Instrumentierung schlicht falsch – angesichts des „Standard in den 90ern“ aber vertretbar.

    Wie weit die „Detailverliebtheit“ des OTTO geht, erkennt man hier:

    Sogar das Schaltschema ist auf dem vorbildgerechten Schaltknauf zu sehen.
    Man merkt also, daß die Detailtreue beim „OTTO-Scanverfahren“ nicht vernachlässigt wird.

    Dies funktioniert natürlich nur bei 100%ig originaler Vorlage, die man gerade beim Escort Cosworth erstmal suchen und finden muß.

    ... und etwas hab ich doch noch gefunden:

    Beide Modelle stellen die „Luxus“-Version mit Ledersitzen dar.

    OTTO:



    UT:


    ein Original:


    Beachtet bitte jeweils den Vordersitz / die Vordersitze.

    Während OTTO vorbildgerecht den Recaro-Schriftzug einbringt, sind die Seitenwangen im oberen Bereich leider einfach zu glatt... Diese waren ab Werk und wie auch beim UT gezeigt leicht gerafft. Sicherlich kann man diesen Umstand einer gewissen „Nietenzählerei“ zuschreiben, aber irgendwas muß ich ja finden ;)

    Einfach wird’s beim Motor:

    OTTO


    UT:

    "vorbildgerechter" HTT Motor (als Platte) – Doglegs zeitgenössisch (für das Modellalter), Detaillierung ebenfalls.


    So – das war mein Modellvergleich zu den beiden Escort Cosworth Varianten, die aktuell in 1:18 auf dem Markt sind.

    Was könnte OTTO besser machen ?

    „Leider“ haben sich die Franzosen hier mit der m.E. langweiligsten Standardfarbe des Escort Cosworth begnügt. Spanischrot mag vielleicht aus heutiger Sicht noch zeittypisch erscheinen – es gab allerdings aufregendere Farben – gerade aus der Ecke der Metalliclacke.

    Sofern weitere zivile Varianten erscheinen sollten, stelle ich mich gerne als beratende Kraft zur Verfügung. Es gab z.B. interessante Sondermodelle wie die „Monte Edition“ oder den Escort Cosworth „Martini“ – gerade in der italienischen und britischen Fangemeinde sehr begehrt und beliebt. Die Änderungen zum bisherigen Modell wären marginal (Felgen, Innenraumdetails)

    Was könnte UT besser machen ?
    Na – aus bekannten Gründen nix mehr. Die Firma UT Models ging um 1996/97 rum Konkurs.

    Was gibt’s sonst noch zu sagen ?

    Falls (nicht wenn) Minichamps mit deren Escort Cosworth Modell auf den Markt kommt, werde ich auch diesen gegen die 2 vorhandenen Versionen „testen“. Vielleicht dann auch in einer anderen Farbe als rot.

    Was da möglich ist, sieht man hier: Farbvarianten sammeln mal anders... - Modelcarforum
    Die Ergänzungen dort folgen in Kürze.


    Vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit.
    Thomas aus München

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